SPD-Gesundheitspolitiker plädiert für Reduzierung der Krankenkassen
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Gesundheitspolitik in Berlin: Reformbedarf erkannt
Berlin () – In der Debatte um die Gesundheitsreform rücken neben möglichen Mehrbelastungen für Versicherte zunehmend strukturelle Fragen im Krankenkassen-System in den Fokus.
Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Christos Pantazis, mahnte in der „Bild“ (Montagsausgabe), die Lasten nicht einseitig zu verteilen. „Es kann nicht sein, dass am Ende allein die Versicherten die Zeche zahlen sollen. Klar ist: Jeder muss seinen Beitrag leisten – Versicherte, Leistungserbringer und eben auch die Krankenkassen.“
Zugleich forderte Pantazis, auch die Kassen stärker in Reformüberlegungen einzubeziehen. „Wer jetzt so tut, als könnten die Kassen außen vor bleiben, verkennt die Realität. Auch dort gibt es Effizienzreserven, die wir heben müssen. Dazu gehört ausdrücklich auch eine Strukturreform im Kassensystem.“
Vor diesem Hintergrund brachte Pantazis eine deutliche Reduzierung der Zahl der Kassen ins Gespräch. „Ich sage es ganz offen: Wir brauchen keine 90 Krankenkassen. Ein halbes Dutzend bis maximal ein Dutzend große, leistungsfähige Kassen würde ausreichen. Entscheidend ist eine sinnvolle Mindestgröße, damit Verwaltung effizient organisiert und Versorgung verlässlich gesteuert werden kann.“
Auch innerhalb der Branche wird über Veränderungen diskutiert. Der Vorstandsvorsitzende der DAK-Gesundheit, Andreas Storm, sagte der „Bild“: „Auch die Ausgaben der Krankenkassen werden künftig begrenzt.“ Dennoch dürfe die Struktur der Kassen „kein Tabu“ sein. Der Gesundheitsökonom Andreas Beivers (Hochschule Fresenius) sagte der „Bild“: „Auch die Krankenkassen müssen sich für die Zukunft neu aufstellen.“ Es gebe „große Herausforderungen bei der Digitalisierung, IT-Sicherheit und Behandlungsformen“. Beivers: „Es ist zu hinterfragen, ob alle rund 90 Kassen derzeit dazu gleichermaßen in der Lage sind.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Christos Pantazis (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Christos Pantazis fordert eine gerechte Lastenverteilung bei der Gesundheitsreform.
- Pantazis schlägt eine Reduzierung der Krankenkassen auf sechs bis maximal zwölf große Kassen vor.
- DAK-Chef Andreas Storm kündigt begrenzte Ausgaben der Krankenkassen an und betont, dass die Struktur der Kassen reformierbar sein muss.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Versicherte, Leistungserbringer, Krankenkassen
- Reduzierung der Zahl der Krankenkassen auf 6 bis 12
- Diskussion über Effizienzreserven und Strukturreform im Kassensystem
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Diskussion um Mehrbelastungen für Versicherte im Rahmen der Gesundheitsreform
- Forderung nach strukturellen Reformen im Krankenkassensystem
- Idee der Reduzierung der Krankenkassenanzahl auf wenige leistungsfähige Einheiten zur Effizienzsteigerung
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Einbeziehung der Krankenkassen in Reformüberlegungen
- Reduzierung der Anzahl der Krankenkassen auf ein halbes bis ein Dutzend
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