Nabu sieht geringe Überlebenschancen für gestrandeten Buckelwal
Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung
Gesellschaft: Herausforderungen für Buckelwal in der Ostsee
Berlin () – Der Vorsitzende des Naturschutzbunds Deutschland (Nabu), Jörg-Andreas Krüger, sieht nur geringe Überlebenschancen für den vor der Ostsee-Insel Poel festsitzenden Buckelwal. „Ich würde mir wünschen, dass er es schafft, aber mit seinen Verletzungen sieht es leider nicht gut für ihn aus“, sagte Krüger im Gespräch zu „T-Online“ am Mittwoch. Der Wal liegt erneut in flachem Wasser fest, wobei sein eigenes Gewicht die Organe belastet.
Krüger äußerte sich zugleich skeptisch zu den laufenden Rettungsversuchen. „Die Situation bedeutet für den Wal wahrscheinlich enormen Stress“, sagte er. Die vielen Boote um das Tier herum könnten die Lage zusätzlich verschärfen. „Einen Wal in einer solchen Situation gezielt zu bewegen, ist äußerst schwierig und mit großen Unsicherheiten verbunden.“
Er hätte nach eigenen Worten eher zu großer Zurückhaltung geraten und sehr genau geprüft, ob ein Eingriff dem Tier wirklich helfe. „Bei einem Tier in diesem Zustand ist sehr fraglich, ob ein Transport überhaupt helfen würde, selbst, wenn er gelingt.“
Als mögliche Ursache für die Lage des Buckelwals, den viele „Timmy“ nennen, verweist Krüger auch auf menschliche Einflüsse. Der Eingang der Ostsee vom Nordatlantik her sei eine der am dichtesten befahrenen Wasserstraßen der Welt. „Wale verletzen sich dort häufig an Schiffsschrauben oder verfangen sich in Geisternetzen – das ist nichts Ungewöhnliches“, sagte Krüger. „Timmy hat sich in eine Falle begeben, weil er sich weit von seinen eigentlichen Lebensräumen entfernt hat.“
Der Fall könne Deutschland nach Einschätzung Krügers noch lange beschäftigen, weil Wale „wochen- und monatelang“ ohne Futter auskommen könnten.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Bojen im Meer (Archiv) |
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