Linke: Gutachten zweifelt an Schwerdtner-Plan zu Diäten-Deckel

7. Mai 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Rechtliche Bedenken zum Diäten-Deckel in Berlin

() – Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags äußern in einem Gutachten erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines Diäten-Deckels für Linken-Bundestagsabgeordnete. Das berichtet der „Spiegel“.

Die Linken-Vorsitzenden Jan van Aken und Ines Schwerdtner wollen, dass ihre Abgeordneten künftig ihr Gehalt auf Höhe des deutschen Durchschnittslohns bei 2.850 Euro netto im Monat deckeln. Über den Vorstoß soll der kommende Bundesparteitag im Juni abstimmen. Der Plan stößt in der Linken-Fraktion auf massiven Widerstand.

Das Gutachten, das der Linken-Abgeordnete Michael Arndt in Auftrag gegeben hatte, kommt zu dem Schluss, dass ein verpflichtendes Deckelungsmodell im Grundsatz zwar zulässig sein dürfte – allerdings wohl nicht auf einem so niedrigen Niveau. Das Gutachten verweist auf das Abgeordnetengesetz, wonach die Existenzgrundlage und damit die Unabhängigkeit der Abgeordneten nicht mehr gesichert seien, wenn sie über weniger als die Hälfte ihrer Abgeordnetenentschädigung verfügen können.

„Legt man diesen Maßstab bei der zulässigen Höhe einer Deckelungsregelung zugrunde, würde den Abgeordneten bei einer Deckelung ihrer Diäten auf aktuell 2.850 Euro weniger als die Hälfte der ihnen gesetzlich zustehenden 11.833,47 Euro verbleiben, so dass diese Gestaltung unzulässig sein dürfte“, heißt es in dem Gutachten.

Arndt bewertete das Ergebnis als eindeutig. Der wissenschaftliche Dienst nenne keine Mindestgrenze für die notwendige Abgeordnetenentschädigung, stelle aber fest, dass diese der Bedeutung des Amtes entsprechen müsse und deshalb offenbar deutlich über dem Existenzminimum liegen müsse. Der Vorschlag des Parteivorstandes unterbiete selbst dieses an der Pfändungsgrenze orientierte Existenzminimum und sei deshalb klar verfassungswidrig, sagte Arndt dem Nachrichtenmagazin.

Siehe auch:  Röttgen will mehr europäische Verteidigungs- und Wirtschaftskraft

Seit Monaten lähme die Diskussion um den Gehaltsdeckel die Arbeit der Linken, treibe „unnötigerweise einen Spaltkeil zwischen Partei und Fraktion“ und werde wichtige inhaltliche Debatten auf dem kommenden Parteitag überlagern, warnte Arndt.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Ines Schwerdtner (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines Diäten-Deckels für Linken-Abgeordnete
  • Gehaltsdeckel auf 2.850 Euro netto im Monat stößt auf Widerstand in der Fraktion
  • Gutachten besagt, dass die Deckelung unterhalb der Hälfte der Abgeordnetenentschädigung unzulässig ist

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Linken-Bundestagsabgeordnete
  • Gehaltsdeckel auf 2.850 Euro netto im Monat, laut Gutachten rechtlich bedenklich
  • Abstimmung beim Bundesparteitag im Juni, Diskussion über Gehaltsdeckel schwächt Parteiarbeit

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Zweifel an der Rechtmäßigkeit eines Diäten-Deckels für Linken-Bundestagsabgeordnete
  • Vorschlag zur Deckelung auf deutschen Durchschnittslohn stößt auf Widerstand innerhalb der Fraktion
  • Diskussion lähmt die Arbeit der Linken und verdrängt wichtige inhaltliche Debatten

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Über den Diäten-Deckel soll auf dem kommenden Bundesparteitag im Juni abgestimmt werden.
  • Der Linken-Vorsitzende Michael Arndt hat ein Gutachten zum Thema in Auftrag gegeben.
  • Diskussionen über den Gehaltsdeckel beeinträchtigen die Arbeitsfähigkeit der Linken.
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH