Ameisengift komplexer als gedacht
Vermischtes - aktuelle Fakten und Einordnung
Wissenschaft: Neue Erkenntnisse zu Ameisengift in Berlin
Berlin/Halle (Saale) () – Das Gift von Rossameisen, Waldameisen und Co. ist deutlich komplexer als bislang angenommen.
Ein Forscherteam der Freien Universität Berlin und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat erstmals nachgewiesen, dass das säurehaltige Sprühgift dieser Ameisen ein Cocktail aus Peptiden und weiteren bioaktiven Substanzen ist. Die Entdeckung schließt eine jahrhundertealte Wissenslücke, wie die Universität Berlin am Donnerstag mitteilte.
Die im Gift identifizierten Peptide leisten offenbar einen Beitrag zur Nesthygiene. Die Ameisen schmieren ihre Brut mit dem Gift ein, die Peptide bleiben nach dem Verdunsten der Ameisensäure auf den Puppen zurück und wirken dort Infektionen entgegen. Einige der Peptide zeigen eine ausgeprägte Wirkung gegen Pilze. Das Gift von Schuppenameisen, zu denen auch die Waldameisen gehören, galt bislang als vergleichsweise einfach zusammengesetzt: Ameisensäure wurde seit ihrer Entdeckung im 17. Jahrhundert als zentraler und nahezu alleiniger Inhaltsstoff betrachtet.
Die Forschungsergebnisse untermauern, dass das Gift von Schuppenameisen vielfältige Funktionen erfüllt. Die Ameisen verwenden es nicht nur zur Verteidigung, sondern auch zur Desinfektion, zur Steuerung ihrer Darmflora und zur Kommunikation mit Artgenossen. Für ihre Arbeit kombinierten die Forschenden Methoden aus Biologie, Chemie und Pharmazie. Die Studie ist im Fachmagazin Science Advances erschienen.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Ameisenhaufen (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Das Gift von Rossameisen und Waldameisen besteht aus einem Cocktail von Peptiden und bioaktiven Substanzen.
- Identifizierte Peptide tragen zur Nesthygiene und Infektionsbekämpfung bei, insbesondere gegen Pilze.
- Das Gift erfüllt multiple Funktionen, darunter Desinfektion und Kommunikation unter Ameisen.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Forscherteam der Freien Universität Berlin und Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Zielgruppe: Ameisen, insbesondere Rossameisen und Waldameisen
- Zeitraum: Ergebnisse veröffentlicht in der Fachzeitschrift Science Advances
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Entdeckung eines komplexen Cocktail aus Peptiden und bioaktiven Substanzen im Ameisengift
- Beitrag der Peptide zur Nesthygiene und Infektionsabwehr
- Vielfältige Funktionen des Gifts: Verteidigung, Desinfektion, Steuerung der Darmflora und Kommunikation
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