Ameisengift entpuppt sich als komplexer Immun-Cocktail

14. Mai 2026

Berlin - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung

Naturwissenschaften: Neue Erkenntnisse zu Ameisengift in Berlin

() – Das Gift von Rossameisen, Waldameisen und Co. ist deutlich komplexer als bislang angenommen. Ein Forscherteam der Freien Universität Berlin und der Martin-Luther-Universität Halle- hat erstmals nachgewiesen, dass das säurehaltige Sprühgift dieser Ameisen ein Cocktail aus Peptiden und weiteren bioaktiven Substanzen ist.

Die Entdeckung schließt eine jahrhundertalte Wissenslücke, wie die Universität Berlin am Mittwoch mitteilte.

Die im Gift identifizierten Peptide leisten offenbar einen Beitrag zur Nesthygiene. Die Ameisen schmieren ihre Brut mit dem Gift ein, die Peptide bleiben nach dem Verdunsten der Ameisensäure auf den Puppen zurück und wirken dort Infektionen entgegen.

Einige der Peptide zeigen eine ausgeprägte Wirkung gegen Pilze. Das Gift von Schuppenameisen, zu denen auch die Waldameisen gehören, galt bislang als vergleichsweise einfach zusammengesetzt: Ameisensäure wurde seit ihrer Entdeckung im 17. Jahrhundert als zentraler und nahezu alleiniger Inhaltsstoff betrachtet.

Die Forschungsergebnisse untermauern, dass das Gift von Schuppenameisen vielfältige Funktionen erfüllt.

Die Ameisen verwenden es nicht nur zur Verteidigung, sondern auch zur Desinfektion, zur Steuerung ihrer Darmflora und zur Kommunikation mit Artgenossen. Für ihre Arbeit kombinierten die Forschenden Methoden aus Biologie, Chemie und Pharmazie.

Siehe auch:  SSW fordert Zukunftskonzept für Fischerei in Schleswig-Holstein

Die Studie ist im Fachmagazin Science Advances erschienen.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Ameisenhaufen (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Gift von Rossameisen und Waldameisen ist komplexer als angenommen; besteht aus Peptiden und bioaktiven Substanzen.
  • Peptide im Gift tragen zur Nesthygiene bei und wirken gegen Infektionen.
  • Gift erfüllt vielfältige Funktionen: Verteidigung, Desinfektion, Steuerung der Darmflora, Kommunikation.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Zielgruppe: Forschungsgemeinschaft, insbesondere in Biologie, Chemie und Pharmazie
  • Regionen: Deutschland (Forschungsinstitutionen in Berlin und Halle-Wittenberg)
  • Zeitraum: Veröffentlichung der Studie im Fachmagazin Science Advances

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Entdeckung eines komplexen Cocktail aus Peptiden und bioaktiven Substanzen im Ameisengift
  • Kämpfen gegen Infektionen der Brut durch Anwendung auf Puppen
  • Multifunktionale Rolle des Gifts: Verteidigung, Desinfektion, Steuerung der Darmflora, Kommunikation

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Keine Angabe
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH