Ifo-Chef Fuest kritisiert Bundesregierung scharf
Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung
Wirtschaftliche Herausforderungen in Deutschland 2026
München () – Angesichts ausbleibender Reformprojekte übt der Chef des Münchner Ifo-Instituts scharfe Kritik an der Arbeit der Bundesregierung.
„Der entscheidende Fehler ist, dass die Koalition kein Konzept entwickelt hat, wo sie hin will. Im Koalitionsvertrag gibt es ein Sammelsurium von Einzelmaßnahmen, die man mehr oder weniger erfolgreich abarbeitet. Mehr gibt es nicht“, sagte Fuest dem „Stern“. Die Bundesregierung brauche eine glaubwürdige Gesamtstrategie, wie sie Deutschland in den nächsten Jahren wieder wettbewerbsfähig aufstellen wolle. Ein Plan, der die Menschen überzeuge und motiviere. „Das bisherige Agieren der schwarz-roten Koalition hat eher zu einer Verunsicherung in der Bevölkerung geführt“, sagte Fuest.
Für den Rückgang der Konsumausgaben der Bürger sieht der Ifo-Chef die Bundesregierung in der Mitverantwortung. „Viele machen sich Sorgen um ihre wirtschaftliche Zukunft. Hinzu kommt kurzfristige Verunsicherung durch Fehler wie das Vor und Zurück mit der Entlastungsprämie. Für alle Bürger, die sich auf eine Entlastung eingestellt haben, ist das Scheitern eine negative Nachricht, die Fragen zur Professionalität des Krisenmanagements aufwirft. In der aktuellen geopolitischen und ökonomischen Krise erwarten die Menschen eine gut durchdachte Politik“, sagte Fuest.
Mit Blick auf die steigenden öffentlichen Ausgaben fordert Fuest eine Begrenzung der Staatsquote. „Ich halte eine gesetzliche Regelung für dringend geboten, die die Staatsquote begrenzt, beispielsweise auf unter 50 Prozent. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Bund, Länder und Kommunen konsequent Ausgaben kürzen, unter anderem bei den Subventionen. Ich würde vorschlagen, die Subventionen in den nächsten fünf Jahren schrittweise zu halbieren. Ein solcher mehrjähriger Ansatz schafft Planbarkeit und Vertrauen.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Bärbel Bas, Stefan Kornelius, Friedrich Merz am 19.05.2026 |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Ifo-Präsident Fuest kritisiert fehlendes Konzept der Bundesregierung für wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit.
- Forderung nach gesetzlicher Begrenzung der Staatsquote auf unter 50 Prozent.
- Vorschlag zur schrittweisen Halbierung von Subventionen in den nächsten fünf Jahren.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffen: Bundesregierung, Bevölkerung, insbesondere Bürger mit wirtschaftlichen Sorgen
- Stärke: Forderung nach einer Gesamtstrategie zur Wettbewerbsfähigkeit, negative Auswirkungen durch Unsicherheiten
- Zeitraum: Vorschlag zur schrittweisen Halbierung der Subventionen innerhalb der nächsten fünf Jahre
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Fehlendes Konzept der Bundesregierung zur langfristigen Wettbewerbsfähigkeit
- Verunsicherung der Bevölkerung durch mangelhafte Krisenbewältigung und unklare Entlastungsmaßnahmen
- Notwendigkeit zur Begrenzung der Staatsquote und Reduzierung von Subventionen zur Schaffung von Vertrauen und Planbarkeit
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Entwicklung einer glaubwürdigen Gesamtstrategie zur Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands
- Begrenzung der Staatsquote durch gesetzliche Regelung und schrittweise Halbierung der Subventionen
- Verbesserung des Krisenmanagements und klare Kommunikation zur Entlastung der Bürger
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