Dobrindt schließt Pakt mit Athen und Rom
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Europäische Asylpolitik: Rücknahmevereinbarungen in Berlin
Berlin () – Griechenland und Italien haben sich dazu bereit erklärt, Asylbewerber zurückzunehmen. Deutschland hat sich mit den beiden Ländern grundsätzlich darauf verständigt, ab Juni 2026 wieder verstärkt Migranten zurückzunehmen, die zuvor in einem der beiden Länder einen Asylantrag gestellt hatten, schreibt die „Bild“ in ihrer Dienstagausgabe.
Dem Bericht zufolge erzielte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Rande des Treffens der EU-Innenminister in Brüssel entsprechende Vereinbarungen mit seinen Amtskollegen. Das bestätigte ein Ministeriumssprecher auf Anfrage.
Die Rücknahme betrifft sogenannte Dublin-Fälle, bei denen Asylsuchende zunächst in Griechenland oder Italien registriert wurden, anschließend aber nach Deutschland weiterreisten. Beide Länder hatten Rückführungen in den vergangenen Jahren weitgehend verweigert oder waren aufgrund rechtlicher Hürden nicht verpflichtet, sie zu akzeptieren.
Dobrindt sprach gegenüber „Bild“ von einem „echten Meilenstein“ bei der Umsetzung des europäischen Asyl- und Migrationspaktes, der 2026 in Kraft treten soll. Deutschland sei „Motor bei der Verschärfung der europäischen Migrationspolitik“. Mit den Absprachen solle die illegale Migration eingedämmt und die Funktionsfähigkeit des EU-Asylsystems gestärkt werden.
Griechenland und Italien würden im Gegenzug durch einen verstärkten Außengrenzschutz und effizientere Rückführungen entlastet. Deutschland soll zudem bis Mitte 2027 von Verpflichtungen im Rahmen des EU-Solidaritätsmechanismus ausgenommen werden. Athen und Rom erkennen laut Innenministerium an, dass Deutschland in den vergangenen Jahren einen erheblichen Teil an Migranten aufgenommen hat und diese Solidarität angerechnet werden könne.
Die Vereinbarungen folgen auf eine Reihe nationaler und europäischer Verschärfungen in der Asyl- und Migrationspolitik, darunter strengere Grenzkontrollen und Änderungen im Asylregime einzelner Mitgliedstaaten. Dobrindt sagte der „Bild“: „Die illegale Migration hat in den vergangenen zehn Jahren Europa in Unordnung gebracht. Wir bringen nun wieder Ordnung in die europäische Migrationspolitik.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Flüchtlingslager (Archiv) |
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Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Griechenland und Italien nehmen Asylbewerber zurück.
- Deutschland und diese Länder verständigen sich, ab Juni 2026 verstärkt Migranten zurückzunehmen.
- Rücknahme betrifft Dublin-Fälle, die in Griechenland oder Italien registriert wurden.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betroffene Länder: Griechenland, Italien, Deutschland
- Zielgruppen: Asylbewerber, insbesondere Dublin-Fälle
- Zeitrahmen: Rücknahme ab Juni 2026, Deutschland bis Mitte 2027 von EU-Verpflichtungen ausgenommen
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Rücknahmevereinbarung von Asylbewerbern zwischen Deutschland, Griechenland und Italien
- Ziel ist Eindämmung illegaler Migration und Stärkung des EU-Asylsystems
- Grundlage sind rechtliche Hürden und vorherige Weigerung der Rückführungen in den letzten Jahren
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Rücknahmeabkommen mit Griechenland und Italien ab Juni 2026 zur Rückführung von Asylbewerbern
- Umsetzung des europäischen Asyl- und Migrationspaktes zur Eindämmung illegaler Migration
- Deutschland wird bis Mitte 2027 von Verpflichtungen im EU-Solidaritätsmechanismus ausgenommen
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