IG Metall kritisiert Merz-Vorstoß gegen Arbeitszeitgesetz in Sachsen-Anhalt
Niedersachsen - Regional - aktuelle Fakten und Einordnung
Arbeitsrecht und Gewerkschaftspolitik in Halle
Halle (Saale) () – Die IG Metall hat Bundeskanzler Friedrich Merz vorgeworfen, mit seiner Kritik am Arbeitszeitgesetz die eigenen Dankesworte an die Beschäftigten zu entwerten. Der Gewerkschaftsbezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt teilte mit, Merz habe beim Neujahrsempfang der IHK Halle-Dessau zunächst die Leistung der Arbeitnehmer gewürdigt, um dann eben jenes Gesetz infrage zu stellen, das Gesundheit und Erholung schütze.
Wer Schutzrechte für verzichtbar erkläre, betreibe keine Wirtschaftspolitik, sondern stelle sich ins Abseits, so die Gewerkschaft.
Bezirksleiter Thorsten Gröger wies die pauschale Unterstellung mangelnder Leistungsbereitschaft zurück. Vollzeitbeschäftigte arbeiteten im Schnitt 40,2 Stunden pro Woche, was dem EU-Niveau entspreche.
Die hohe Teilzeitquote sei oft strukturbedingt, etwa durch fehlende Kitaplätze oder Pflegeaufgaben in Familien, und kein Zeichen von Faulheit. Zudem seien im Jahr 2024 rund 1,2 Milliarden Überstunden geleistet worden, von denen über die Hälfte unbezahlt blieb.
Die IG Metall warnte davor, das Arbeitszeitgesetz aufzuweichen.
In Verbindung mit Forderungen nach Karenztagen bei Krankheit entstehe ein Teufelskreis aus Mehrarbeit, häufigeren Erkrankungen und geringeren Leistungen im Krankheitsfall. Flexibilität werde bereits in Tarifverträgen geregelt.
Die Gewerkschaft forderte den sachsen-anhaltischen Wirtschaftsminister Sven Schulze auf, sich klar vor die Schutzregelungen zu stellen und lud ihn zu einem Praktikum im Schichtbetrieb ein.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Friedrich Merz am 14.01.2026 |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Merz kritisierte das Arbeitszeitgesetz, was von der IG Metall als Entwertung der Dankesworte an Arbeitnehmer angesehen wird.
- IG Metall wies auf die hohe Zahl von 1,2 Milliarden Überstunden im Jahr 2024 hin, von denen über die Hälfte unbezahlt blieb.
- Die Gewerkschaft warnte vor der Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes und forderte den sachsen-anhaltischen Wirtschaftsminister auf, sich für Schutzregelungen einzusetzen.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Betrifft: Bundeskanzler Friedrich Merz, IG Metall, Vollzeitbeschäftigte
- Region: Niedersachsen, Sachsen-Anhalt
- Zahlen: 40,2 Stunden/Woche Durchschnitt, 1,2 Milliarden Überstunden 2024, mehr als 50% unbezahlt
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- Vorwurf der IG Metall: Merz wertet Dankesworte an Beschäftigte durch Kritik am Arbeitszeitgesetz ab
- Hohe Teilzeitquote durch strukturelle Faktoren, nicht mangelnde Leistungsbereitschaft
- Warnung vor Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes und den Folgen für Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Wirtschaftsminister Sven Schulze auffordern, sich klar hinter die Schutzregelungen zu stellen
- Einladung zu einem Praktikum im Schichtbetrieb aussprechen
- Warnen vor einer Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes
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