Claren: Europa und USA geht es nicht um iranisches Volk
Politik - aktuelle Fakten und Einordnung
Menschenrechtslage im Iran und internationale Reaktion
Berlin () – Die deutsch-iranische Menschenrechtsaktivistin Mariam Claren ist angesichts der massiven Tötungswelle im Iran seit der vergangenen Woche schwer enttäuscht von Deutschland, Europa und den USA.
Die Nachrichten, die tröpfchenweise aus dem Iran durchdrängen, ließen die schlimmsten Befürchtungen wahr werden. „Die Stimmen aus dem Iran sagen einheitlich: Es ist noch viel schlimmer, als ihr denkt“, sagte die Tochter der deutsch-iranischen Architektin Nahid Taghavi, die vier Jahre lang im Teheraner Evin-Gefängnis einsaß, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagsausgaben).
In den vergangenen Tagen habe sie direkte Nachrichten erhalten. Die Rede sei von kriegsähnlichen Zuständen und von wahllosen Erschießungen auf der Straße und an der Haustür. „Sie gehen von Haus zu Haus, nehmen alle fest, die teilgenommen haben. In einem Fall haben sie nicht festgenommen, sondern an der Haustüre erschossen“, zitiert Claren einen ihrer Gesprächspartner aus dem Iran. Die Menschen trauten sich nicht, das Haus zu verlassen. Die Straßen seien militarisiert, es herrsche quasi das Militär. Ein Gesprächspartner habe erklärt: „Wir haben Angst, beim Einkaufen erschossen zu werden.“
Angesichts dieser Lage sei das Schweigen der internationalen Gemeinschaft umso enttäuschender. Die Äußerung von US-Präsident Donald Trump, inmitten der Proteste zu sagen: „Help is on the way“, sei unverantwortlich. Die Aussage von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), das Regime sei dem Ende geweiht, sei eine leere Floskel. Nicht nachvollziehbar sei auch das Verhalten Italiens, Frankreichs und Spaniens, eine EU-Terrorlistung der Islamischen Revolutionsgarde, also jene, die für die brutale Repression in Iran verantwortlich seien, zu blocken.
Die Meldungen über US-Kriegsschiffe, die auf dem Weg seien, führten zu höchster Alarmbereitschaft. „Hat sich mal einer der Verantwortlichen überlegt, was dieses Katz-und-Maus-Spiel mit dem iranischen Volk macht? Wir wissen nicht, was die nahe Zukunft bringt, und welche geopolitischen Interessen siegen werden, aber eines ist klar: Niemandem geht es um das iranische Volk und ihr Recht auf Freiheit.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Anti-Iran-Protest (Archiv) |
Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.
Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?
- Menschenrechtsaktivistin Mariam Claren ist enttäuscht über die Reaktionen Deutschlands, Europas und der USA auf die Gewalt im Iran.
- Berichte aus dem Iran sprechen von kriegsähnlichen Zuständen und wahllosen Erschießungen.
- Internationale Gemeinschaft wird für ihr Schweigen kritisiert, insbesondere die Blockade einer EU-Terrorlistung der Islamischen Revolutionsgarde durch Italien, Frankreich und Spanien.
Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?
- Menschenrechtsaktivistin Mariam Claren äußert Enttäuschung über Deutschland, Europa und die USA
- Betroffene: iranische Zivilbevölkerung, stark betroffen durch militärisches Vorgehen (kriegsähnliche Zustände, wahllose Erschießungen)
- Region: Iran, spezifische Berichte über Militarisierung der Straßen und Angst der Bevölkerung, keine klaren Zahlen oder Fristen erwähnt
Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?
- massive Tötungswelle im Iran, einschließlich wahlloser Erschießungen
- Militarisierung der Straßen, Angst der Bevölkerung, das Haus zu verlassen
- enttäuschendes Schweigen der internationalen Gemeinschaft und Blockade von Maßnahmen gegen die Islamische Revolutionsgarde
Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?
- Deutschland, Europa und die USA werden als enttäuschend wahrgenommen.
- Die internationale Gemeinschaft schweigt zur Situation im Iran.
- Italien, Frankreich und Spanien blockieren eine EU-Terrorlistung der Islamischen Revolutionsgarde.
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