Klingbeil plant Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau

3. April 2026

Wirtschaft - aktuelle Fakten und Einordnung

Wohnungsbaupolitik in Berlin: Neue Ansätze

() – Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) will die gravierenden Probleme auf dem Mietmarkt mit der Errichtung einer „Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau“ eindämmen. Das geht aus einem Konzept des Vizekanzlers hervor, über das die „Süddeutsche Zeitung“ (Samstagausgabe) berichtet.

„Der privatwirtschaftliche Wohnungsbaumarkt allein kann den nötigen Neubau zu bezahlbaren Preisen nicht realisieren“, heißt es in dem dreiseitigen Papier. Deshalb müsse sich der Bund hier stärker engagieren.

Klingbeil will das Konzept in den kommenden Monaten gemeinsam mit Bauministerin Verena Hubertz (SPD) sowie den Koalitionspartnern CDU und CSU in die Tat umsetzen. Der SPD-Chef hatte die Idee einer bundeseigenen Wohnungsbaugesellschaft in einer Reformrede vor einigen Tagen in Berlin angekündigt.

Die neue Wohnungsbaugesellschaft, für die der Bund als Mehrheitseigner auch private Investoren gewinnen will, soll nach dem Konzept Klingbeils „keine Baufirma und keine Behörde“ sein. Sie soll vielmehr Wohnungsbauprojekte „im bezahlbaren Preissegment“ entwickeln, deren Umsetzung dann öffentlich ausschreiben und Kredite zur Verfügung stellen, die der Staat günstiger aufnehmen kann als private Unternehmen. „Die beauftragten Baufirmen liefern die Wohnungen“, heißt es in dem Papier. Ziel dabei sei es, die reinen Baukosten auf unter 3.000 Euro je Quadratmeter zu senken. Heute liegen diese teils deutlich höher.

Weil das Wohnungswesen ausschließlich Ländersache ist, müsste für die Errichtung einer Bundesgesellschaft das Grundgesetz geändert werden. Dafür wären Zweidrittel-Mehrheiten sowohl im Bundestag als auch im Bundesrat notwendig. Da die Koalition über diese Mehrheiten nicht verfügt, müsste sie mindestens die Grünen, vielleicht auch die Linkspartei, ins Boot holen.

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Aus Sicht des Finanzministeriums ist eine Verfassungsänderung angemessen, weil die Mitwirkung des Bundes am Bau kostengünstiger Wohnungen „der Verbesserung der Lebensverhältnisse“ diene und „damit eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ sei.

Nach einer Studie des Pestel-Instituts, einer Wirtschafts- und Sozialforschungsgesellschaft mit Sitz in , fehlen in derzeit 1,4 Millionen Wohnungen. Der Mangel trägt maßgeblich dazu bei, dass die Nettokaltmieten, bundesweit betrachtet, allein in den vergangenen fünf Jahren um fast elf Prozent in die Höhe geschnellt sind. In den großen Städten ist der Anstieg noch dramatischer, vor allem junge Menschen finden hier oft kaum noch eine bezahlbare Wohnung.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Bauarbeiter (Archiv)

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  • Ziel ist es, Baukosten auf unter 3.000 Euro je Quadratmeter zu senken.
  • Grundgesetzänderung erforderlich, um Bundesgesellschaft zu etablieren; Zustimmung von Grünen oder Linkspartei nötig.

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  • Zielgruppe: Menschen auf dem Wohnungsmarkt, insbesondere junge Menschen
  • Regionen: Deutschland, Fokus auf große Städte
  • Fehlende Wohnungen: 1,4 Millionen; Mietsteigerung: fast 11% in den letzten fünf Jahren

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  • Fehlende Wohnungen in Deutschland (1,4 Millionen)
  • Anstieg der Mietpreise (fast 11% in fünf Jahren)
  • Notwendigkeit einer stärkeren staatlichen Intervention im Wohnungsbau

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Gründung einer "Bundesgesellschaft für bezahlbaren Wohnungsbau" planen
  • Zusammenarbeit mit Bauministerin und Koalitionspartnern zur Umsetzung des Konzepts
  • Zielsetzung zur Senkung der Baukosten auf unter 3.000 Euro je Quadratmeter
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