Familiensoziologin kritisiert Sparmaßnahmen der Regierung

11. Mai 2026

Politik - aktuelle Fakten und Einordnung

Soziale Gerechtigkeit in Berlin: Familienpolitik

() – Die Familienexpertin Michaela Kreyenfeld beklagt, dass soziale Themen aufgrund des Sparkurses der Bundesregierung in den Hintergrund geraten. Auch bestehende Maßnahmen würden „verstärkt auf den Prüfstand gestellt“, sagte die Professorin für Soziologie an der Hertie School of Governance der Mediengruppe .

„Ein aktuelles Beispiel ist die beitragsfreie Mitversicherung nicht erwerbstätiger Ehepartner“, so Kreyenfeld. Auch das Ehegattensplitting rücke verstärkt in den Blick. „Beide Regelungen weisen eine ähnliche Problemlage auf: Sie fördern vor allem spezifische Familienmodelle – insbesondere Ehepaare mit einer stark arbeitsteiligen Aufteilung. Andere Familienformen profitieren hingegen deutlich weniger.“ So müssten etwa Mütter mit kleinen Kindern, die nach einer Trennung oder Scheidung allein für die Betreuung verantwortlich sind, ihre Krankenversicherung selbst finanzieren und hätten auch keinen Vorteil durch das Ehegattensplitting.

Es stelle sich „die Frage nach der Gerechtigkeit dieser Regelungen“, etwa „ob von familienpolitischen Maßnahmen auch Gruppen profitieren, die auf diese Form der Unterstützung weniger angewiesen sind – etwa verheiratete Paare mit bereits erwachsenen Kindern“, sagte Kreyenfeld. Die Expertin weist darauf hin, dass bestehende Regelungen einen gewissen Bestandsschutz genießen würden und Änderungen für die Betroffenen oft mit Einschnitten verbunden seien. Deshalb müssten „die Verteilungseffekte solcher Maßnahmen im Blick behalten“ werden.

Siehe auch:  Spritpreise: SPD will höhere Pendlerpauschale und mehr Regulierung
Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Vater, Mutter, Kind (Archiv)

Vier Bürgerfragen. Klare Antworten.

Welche neuen Fakten, Entscheidungen oder Änderungen nennt der Artikel?

  • Soziale Themen geraten aufgrund des Sparkurses der Bundesregierung in den Hintergrund.
  • Beitragsfreie Mitversicherung nicht erwerbstätiger Ehepartner sowie Ehegattensplitting werden zunehmend hinterfragt.
  • Bestehende Regelungen profitieren vor allem traditionelle Familienmodelle und benachteiligen alleinerziehende Mütter.

Wen betrifft es und wie stark (Zielgruppen, Regionen, Zahlen, Fristen)?

  • Betroffene Zielgruppen: nicht erwerbstätige Ehepartner, alleinstehende Mütter mit kleinen Kindern, verheiratete Paare mit erwachsenen Kindern
  • Regionen: Deutschland
  • Themenbereiche: beitragsfreie Mitversicherung, Ehegattensplitting, Ungleichheit in der Familienpolitik

Welche Gründe, Ursachen, Hintergründe oder Auslöser werden genannt?

  • Sparkurs der Bundesregierung führt zu Vernachlässigung sozialer Themen
  • Bestehende Maßnahmen werden auf den Prüfstand gestellt
  • Ungleichheit in der Unterstützung verschiedener Familienmodelle

Was machen die Politik bzw. die Behörden jetzt konkret?

  • Überprüfung der beitragsfreien Mitversicherung nicht erwerbstätiger Ehepartner
  • Verstärkte Diskussion über das Ehegattensplitting und dessen Gerechtigkeit
  • Berücksichtigung der Verteilungseffekte bei Änderungen bestehender Regelungen
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH